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11.12.2009 Vlothoer Anzeiger

Vlothoer Bündnis in Berlin ausgezeichnet
Engagement gegen das Collegium Humanum durch das "Bündnis für Demokratie und Toleranz" gewürdigt

Vlotho/Berlin (va). Eine große Auszeichnung für das "Vlothoer Bündnis gegen das Collegium Humanum": Wie gestern bekannt wurde, hat der Beirat des "Bündnisses für Demokratie und Toleranz" die Initiative aus der Weserstadt mit einem Preis ausgezeichnet.


Die Mitglieder des Vlothoer Bündnisses brachten 2006 eine umfassende
Broschüre über die rechte Einrichtung "Collegium Humanum" heraus.
VA-Archivfoto: Oliver Plöger

Bereits am 30. November beschloss die von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründete Organisation auf Anregung der grünen Bundestagsabgeordneten Monika Lazar die Arbeit des "Vlothoer Bündnisses gegen das Collegium Humanum" zu würdigen.

Lazar hatte sich im Frühjahr 2007 bei einem Besuch in Vlotho selbst ein Bild von der guten Arbeit vor Ort gemacht. Dazu erklären Monika Lazar, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, und die ostwestfälische Abgeordnete Ute Koczy aus der Region: "Wir gratulieren den Preisträgern ganz herzlich zu der verdienten Auszeichnung und freuen uns sehr, dass das Engagement des Bündnisses durch den Preis im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" gewürdigt wird."

Die jahrelange Arbeit des Vlothoer Bündnisses, das sich gesellschaftlich breit aufgestellt hatte, sei ein positives Beispiel dafür, wie Bürgerinnen und Bürger erfolgreich gegen Rechtsextremismus in ihrer Region vorgehen können, hieß es weiter. Auf die Initiative des Vlothoer Bündnisses hin seien die Aktivitäten des Nazi-Schulungszentrums "Collegium Humanum" bundesweit bekannt geworden.

"Ihre Gründungsziele 2005 waren das Verbot des rechtsextremen Vereins und die Schließung seiner Bildungsstätte in Vlotho. Diese Ziele haben sie erreicht", so Monika Lazar und Ute Kocyz.

Besonders beeindruckend sei, dass alles vollkommen ehrenamtlich finanziert und umgesetzt wurde. "Der Preis soll eine nachträgliche Anerkennung dafür sein, wie viel die einzelnen Bündnismitglieder persönlich an Zeit und Geld investiert haben." Das Bündnis veröffentlichte unter anderem eine Broschüre, initiierte Proteste (mit hunderten von Teilnehmern) und Mahnwachen, organisierte Veranstaltungen mit breiter Bürgerbeteiligung. Zudem zeigte es die Verfassungsschutz-Ausstellung "Die braune Falle" in Vlotho. All dies gab den Anstoß dazu, dass sich der Landtag in Nordrhein-Westfalen und der Deutsche Bundestag mit dem Nazi-Verein befassten.

Der öffentliche und politische Druck führte zum Verbot des "Collegium Humanum" durch den Bundesinnenminister am 8. Mai 2008.

 

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