Vlothoer
Bündnis in Berlin ausgezeichnet
Engagement gegen das Collegium Humanum durch das "Bündnis für Demokratie
und Toleranz" gewürdigt
Vlotho/Berlin (va). Eine große Auszeichnung für das "Vlothoer Bündnis
gegen das Collegium Humanum": Wie gestern bekannt wurde, hat der Beirat
des "Bündnisses für Demokratie und Toleranz" die Initiative aus der
Weserstadt mit einem Preis ausgezeichnet.
Die Mitglieder des Vlothoer Bündnisses brachten 2006 eine umfassende
Broschüre über die rechte Einrichtung "Collegium Humanum" heraus.
VA-Archivfoto: Oliver Plöger
Bereits
am 30. November beschloss die von den Bundesministerien des Innern
und der Justiz gegründete Organisation auf Anregung der grünen Bundestagsabgeordneten
Monika Lazar die Arbeit des "Vlothoer Bündnisses gegen das Collegium
Humanum" zu würdigen.
Lazar hatte sich im Frühjahr 2007 bei einem Besuch in Vlotho selbst
ein Bild von der guten Arbeit vor Ort gemacht. Dazu erklären Monika
Lazar, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, und die
ostwestfälische Abgeordnete Ute Koczy aus der Region: "Wir gratulieren
den Preisträgern ganz herzlich zu der verdienten Auszeichnung und
freuen uns sehr, dass das Engagement des Bündnisses durch den Preis
im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" gewürdigt wird."
Die jahrelange Arbeit des Vlothoer Bündnisses, das sich gesellschaftlich
breit aufgestellt hatte, sei ein positives Beispiel dafür, wie Bürgerinnen
und Bürger erfolgreich gegen Rechtsextremismus in ihrer Region vorgehen
können, hieß es weiter. Auf die Initiative des Vlothoer Bündnisses
hin seien die Aktivitäten des Nazi-Schulungszentrums "Collegium Humanum"
bundesweit bekannt geworden.
"Ihre Gründungsziele 2005 waren das Verbot des rechtsextremen Vereins
und die Schließung seiner Bildungsstätte in Vlotho. Diese Ziele haben
sie erreicht", so Monika Lazar und Ute Kocyz.
Besonders beeindruckend sei, dass alles vollkommen ehrenamtlich finanziert
und umgesetzt wurde. "Der Preis soll eine nachträgliche Anerkennung
dafür sein, wie viel die einzelnen Bündnismitglieder persönlich an
Zeit und Geld investiert haben." Das Bündnis veröffentlichte unter
anderem eine Broschüre, initiierte Proteste (mit hunderten von Teilnehmern)
und Mahnwachen, organisierte Veranstaltungen mit breiter Bürgerbeteiligung.
Zudem zeigte es die Verfassungsschutz-Ausstellung "Die braune Falle"
in Vlotho. All dies gab den Anstoß dazu, dass sich der Landtag in
Nordrhein-Westfalen und der Deutsche Bundestag mit dem Nazi-Verein
befassten.
Der öffentliche und politische Druck führte zum Verbot des "Collegium
Humanum" durch den Bundesinnenminister am 8. Mai 2008.