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29.01.2009 Vlothoer Anzeiger
Ein bisschen nachgedacht und
damit den sechsten Platz gemacht

Projektgruppe der Stätte der Begegnung nimmt erfolgreich am
Wettbewerb "DenkTag" teil / Erinnerung an Shoa und NS-Diktatur

Vlotho (va/krn). Öfter auch mal nachdenken: Das hat sich eine Projektgruppe der Stätte der Begegnung richtig zu Herzen genommen und beim "DenkTag" teilgenommen. Der Aufwand lohnte sich. Die Schüler landeten auf dem sechsten Platz.

Am vergangenen Freitag wurde die Projektgruppe der Stätte, darunter auch vier Schüler des Weser-Gymnasiums, von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert in Berlin ausgezeichnet. 15 Siegergruppen (mit insgesamt 120 Schülern und Schülerinnen) waren eingeladen. Die Vlothoer Projektgruppe erhielt den sechsten Platz.


Die Projektgruppe freut sich über ihren Erfolg: Kamil Czternastek, Agnieszka Sus,
Karol Bar, Anna Sedlacek, Tjalf Poetting, Anna Faber, Jannis Kachel, Johannes
Breuer, Dr. Tomasz Pudlocki und Betreuer Johannes Schröder. Foto: privat

Der Schirmherr des Wettbewerbs Bundestagspräsident, Dr. Norbert Lammert, gratulierte den Preisträgern persönlich. Er lobte alle eingegangenen Beiträge sowie den Wettbewerb an sich. Dieser stelle eine "neue Form der Erinnerungskultur" dar, die immer wichtiger werde, da "Zeitzeugen und damit ein Stück Authentizität wegfallen", so Lammert und betonte, dass "wir auch zukünftig die offene Auseinandersetzung mit dem Holocaust brauchen, da es abwegig ist, dass Deutschland die Ereignisse aus seiner Biographie löschen kann." Auch der stellvertretende Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Gerhard Wahlers, gratulierte den Teilnehmern und zeigte sich fasziniert von "der Vielfältigkeit und der Kreativität der Beiträge", die helfen würden, uns zu erinnern und die Geschichte nicht ruhen zu lassen.

Auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ist der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz, seit 1996 in Deutschland offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Ende 2005 hat auch die UN-Vollversammlung diesen Tag zum weltweiten Holocaust-Gedenktag bestimmt.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung nimmt dies seit einigen Jahren zum Anlass für eine Reihe von bundesweiten Projekten im Umfeld des 27. Januars. In zahlreichen Bundesländern werden Zeitzeugengespräche und Vortragsveranstaltungen, Lesungen und Ausstellungen durchgeführt.

In dem bundesweiten Internetwettbewerb "DenkTag" werden überdies junge Leute dazu aufgerufen, sich mit der Erinnerung an Shoa und NS-Diktatur, aber auch mit aktuellen Fragen von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus in unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Der Beitrag der Vlothoer Projektgruppe hieß "Was es für mich bedeutet" - Lebensgeschichte als Argument. Er ist identisch mit den Postern und Collagen, die am Ende einer deutsch-polnischen Begegnung entstanden waren und in diesem Zusammenhang bereits im Rahmen der Lidl-Aktion "Generationen verbinden" ausgezeichnet wurde. Die Ausstellung war für die Bürger im Vlothoer Rathaus zu sehen.

 

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