Aktuelles
02.07.2008 Vlothoer Anzeiger
Den Wert der Freiheit schätzen gelernt
Teilnehmer von "Starthilfe statt Nachhilfe" in Berlin /
Zeitzeugin spricht über SED-Diktatur


Vor dem Reichstagsgebäude (von links nach rechts):
Niklas Rogge, Patrick Eickmeier, Ben Gummersheimer, Natascha Berger,
Julian Rolfes, Matt Baton, Carolin Flemming, Annika Schneider,
Luzil Gaier, Louisa Schröder-Isenbeck, Mirjam Westermann, Sarah-Lena Bargende

Zum Abschluss des Projektes "Starthilfe statt Nachhilfe" verweilten die ProjektteilnehmerInnen jetzt für drei Tage in Berlin, um im Rahmen einer "Demokratiewerkstatt" u.a. auf die Projektarbeit zurückzublicken. Ein Jahr lang hatten sie eine Patenschaft für jeweils ein Kind mit Migrationsgeschichte übernommen und während der ersten Grundschulklasse ein wöchendliches Sprachentraining durchgeführt. In Berlin, einem sehr geeignetem Lernort für politische Bildung, wurden jetzt die unterschiedlichen Erfahrungen ausgewertet. So war es in manchen Fällen schwierig, kontinuierliche Treffen mit den Kindern zu organisieren, in anderen Fällen war dies dank der Mitarbeit der Eltern kein Problem. Dann, so die ProjektteilnehmerInnen, ist nicht nur eine gute zwischenmenschliche Beziehungen gewachsen, sondern auch gegenseitiger Respekt entwickelt worden. "Auf dieser Basis konnten auch Lernerfolge im Umgang mit der deutschen Sprache festgestellt werden", so Johannes Schröder von der Stätte der Begegnung. Zentrale Erfahrung: die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und die Einsicht, dass es in der direkten Umgebung immer auch bedürftige Menschen gibt, denen geholfen werden muss. In Berlin mit dabei waren auch drei ausländische GastschülerInnen: Luzil Gaier aus Frankreich, sowie Matt Baton und Ben Gummersheimer aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Für die beiden Amerikaner aus Waterloo war u.a. der Besuch im Schöneberger Rathaus, dort wo vor genau 45 Jahren (26.06.1963) Präsident John F. Kennedy seine berühmte Rede an die Berliner über "das Leben in Freiheit" mit den Worten "Ich bin ein Berliner" beendet hatte.

Sigrid Paul, Autorin der Biografie "Mauer durchs Herz" führt die Vlothoer Gruppe durch den Zellentrakt der Stasi-Haftanstalt
Um Freiheit und Rechtstaatlichkeit ging es auch bei dem Besuch in der "Gedenkstätte Hohenschönhausen". Im ehemaligen Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit trafen die Teilnehmenden auf Sigrid Paul, eine Zeitzeugin, die die Praxis der politischen Justiz in der SED-Diktatur selbst erfahren mußte und diese in einem gemeinsamen Rundgang durch das Gebäude authentisch vermittelte. "Hier kann man den Wert von Freiheit richtig schätzen lernen", meinte Niklas Rogge am Ende des Programmpunktes.  

 

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