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29.11.2007
Ehrung für Holocaustüberlebenden
STÄTTE DER BEGEGNUNG initiierteVerdienstkreuz

Seit vielen Jahren berichtet Tadeusz Sobolewicz aus Krakau/Polen als überlebender des Holocaust in Zeitzeugengesprächen insbesondere deutschen Jugendlichen über seine Erfahrungen während der nationalsozialistischen Diktatur. 1941 war er mit 17 Jahren zusammen mit seinem Vater von der Gestapo verhaftet und später nach Auschwitz deportiert worden.


Von links: Tadeusz Sobolewicz, Johannes Schröder,
Generalkonsul Dr. Thomas Gläser
Während sein Vater ermordet wurde, überlebte T. Sobolewicz noch vier weitere Konzentrationslager. Seit sieben Jahren gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der STÄTTE DER BEGEGNUNG. In Projekten und bei Gedenkstättenfahrten ist Herr Sobolewicz einer der wenigen Überlebenden, der erlebte Geschichte aus der Sicht eines Opfers erzählen kann und Fragen von Jugendlichen authentisch und schonungslos beantwortet. Jetzt (am 27. 11.) wurde Herrn Sobolewicz in Krakau im Namen der Bundesrepublik Deutschland durch den Generalkonsul Dr. Thomas Gläser dafür gedankt und ihm in einer feierlichen Zeremonie das Bundesverdienstkreuz am Bande mit einer Urkunde und der Unterschrift des Bundespräsidenten Horst Köhler verliehen.
Johannes Schröder war nach Krakau gereist, um mit weiteren 30 Gästen aus Polen und Deutschland an der Feierlichkeit teilzunehmen.

Die STÄTTE DER BEGEGNUNG hatte vor zwei Jahren diese Ehrung initiiert und die besondere Anerkennung damit begründet, dass der heute 84-Jährige als NS-Opfer seinen jungen Gesprächspartnern stets mit ausgestreckter Hand und als überzeugter Europäer begegnet. "Er schafft es nicht nur über die Vergangenheit aufzuklären und somit der schrecklichen Ereignisse einer verbrecherischen Politik zu erinnern, sondern er spricht seine jungen Zuhörer und Zuhörerinnen als politische Subjekte der Gegenwart und Mitgestalter von Zukunft an und nimmt sie als solche in die Pflicht", so Johannes Schröder. Generalkonsul Dr. Gläser hatte in seiner persönlichen Würdigung betont, dass er sich nicht sicher sei, ob es ihm nach vergleichbaren Erfahrungen der Demütigung und Unmenschlichkeit möglich wäre, uns Deutschen in dieser Form heute zu begegnen.

Johannes Schröder


Tadeusz Sobolewicz in einem Zeitzeugengespräch
mit deutschen und polnischen Jugendlichen

 

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