Zwanzigjährige
Kooperation bei überregionaler
SV-Arbeit
Seminar
für die SV an Haupt- und Förderschulen des Kreises Herford vom 17.-19.11.2007
in Vlotho.
Dieses
Mal waren 33 TeilnehmerInnen, LehrerInnen und SV-SchülerInnen aus 8
verschiedenen Schulen aus dem Gebiet des Kreises Herford: aus fünf Hauptschulen,
einer Gesamtschule und drei Förderschulen gekommen. Pro Schule waren
somit durchschnittlich 2-3 SchülerInnen - abhängig von der Vertretungsform
der jeweiligen SV - pro vertretener Schule anwesend. Einige Schulen
haben ein "Team" als SV-Struktur, andere das Stellvertreterprinzip.
Zeitweise (Mittwochnachmittag) nahmen auch die BSV-Vertreter des Bezirks
Herford aktiv an der Veranstaltung teil. Aykan Bacaksoy aus Bünde war
im Schuljahr zuvor BSV-Sprecher und ist jetzt im BSV-Vorstand vertreten;
Petar Zuric war in der Woche zuvor als BSV-Sprecher gewählt worden.
Nach einer kurzen Begrüßung, Programmvorstellung und einer ersten spielerischen
Kennenlernrunde wurde den Teilnehmenden die SOFT-Methode vorgestellt
und erklärt.
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In vier Gruppen wurde diese Methode dann angewandt. Unter dem Feld "Satisfaction"
wurde das gesammelt und notiert, was gut läuft und was die jeweilige
Stärke ausmacht!. Ein weiteres Feld diente der Sammlung von "Opportunities":
Möglichkeiten, Chancen und Gelegenheiten. Zu einer dritten Gruppe "Faults"
= Probleme, Schwächen, Mißlungenes wurden ebenfalls Erfahrungen gesammelt
und auf gelbe Blätter notiert. "Threats" = Bedrohung, potentiellen Gefahren
spielten im letzten Feld eine Rolle und wurden nach kurzer Diskussion
ebenfallls auf Blättchen notiert. Das Arbeiten mit dieser Matrix in
Kleingruppen brachte einerseits den wichtigen Erfahrungs- und Arbeitsaustausch
zwischen den vertretenen Schulen, andererseits gab es den SV-lern exemplarisch
ein Raster an die Hand, mit welchem sie die eigene Praxis systematisieren
und analysieren können.
Der Baustein II am Nachmittag widmete sich den Grundlagen der SV-Arbeit.
Diesesmal wurden 6 Arbeitsgruppen angeboten, von denen aber nur 4 gewählt
und zu-stande kamen. In diese Arbeitsgruppen eingebunden waren auch
die Gäste des SV-Vorstandes.Im anschließenden Plenum stellten sie dann
die Arbeit der BezirksschülerInnenvertretung vor. Diskutiert wurde über
die Wirksamkeit (Erfolge) einzelner zurückliegender Projekte als auch
über die Möglichkeiten der Mitarbeit und Kooperation bei aktuellen Projekten.
Ein anderer Diskussionsstrang im Plenum ergab sich aus dem Arbeitsgruppenbericht
der Gruppe 5 "Schülerrechte!". Im Ergebnis ist die Schülervertretung
lediglich als Mitwirkungsmöglichkeit in bestimmten Nischen zu werten.
Betrachtet man Schule als Ganzes und die dort vorherrschenden Machtverhältnisse
(Schulkonferenz) oder die Schulpolitik des Landes, so sind die Chancen
der Einflussnahme minimal. Der ei-gentliche Freiraum der Mitwirkung
aus der Sicht der Beteiligten liegt jenseits der Schulgesetzgebung im
Bereich des sozialen Klimas, insbesondere unter SchülerInnen, manchmal
auch zwischen SchülerInnen und LehreInnen.
Am Abend gab es unter dem Motto "many people, much noise, one rhythm"
eine gemeinsame Aktion, bei der ein Samba-Rhythmus auf verschiedenen
Trommeln und Percussionsinstrumenten eingeübt wurde, bis die Nachbarschaft
sich beschwerte. Dieses Angebot wurde auch als Anregung gewertet, vergleichbare
Aktivierungsmethoden innerhalb von Schule zu probieren.
Am Donnerstag morgen stand die aktuelle Schuldebatte auf dem Programm.
Nach dem Modell der Zukunftswerkstatt mit den 3-Schritten: Kritik-Phantasie-Realisierung
sollte das Thema bearbeitet werden. Dazu wurden zunächst fotokopierte,
aktuelle Zeitungsberichte verteilt, um in das Thema einzuführen und
zu stimulieren: Nach kurzer Diskussion und Sammlung von Problemen wurde
der Film von Reinhard Kahl :"Eine Schule, die gelingt" (Enja Riegel
und die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden) (50 Min.) eingespielt. Dieser
Film über konkrete Erfahrungen an einer Schule ist geeignet, Mut zu
machen. Er entwirft Utopien, zeigt Wege auf und verdeutlicht Erfolge
von unten. Die gezeigte Schule erreichte trotz ihres eigenwilligen Ansatzes
und vieler Experimente eine überdurchschnittliche Platzierung im internationalen
Vergleich (PISA). In Gruppen wurde der Film ausgewertet und im Plenum
die durchaus realisti-schen Positivbeispiele unter 4 Kategorien zusammengetragen:
1. Lehrer-Schüler-Verhältnis
2. Schule als Lebens-Raum
3. Lernmethoden und Lernklima
4. Mitwirkung - Mitgestaltung
Einschätzung:
Das Transportieren von glaubwürdigen, nachvollziehbaren, Positivbei-spielen
aus dem Schulalltag ist m.E. ein zentraler Ansatz, um die Motivation
und die Blickrichtung von allen Beteiligten auf ein erkennbares Ziel
auszurichten. Die parallel tagende SV-Lehrergruppe dieser Schulen nahm
unter Verwendung derselben Methode an diesem Arbeitsabschnitt teil.
Im Plenum steuerten sie gleichfalls ähnliche Auswertungsergebnisse wie
die SchülerInnen bei. Am Ende dieser Einheit bewerteten die Anwesenden
die herausgestellten Aspekte unter dem Motto: Erwartungen an eine gute
Schule! So wurde nochmals deutlich, dass alle eine interessante Unterrichtsgestaltung
(mehr Projektarbeit) und als zweites ein verbessertes Verhältnis zwischen
Lehrern und Schülern für wünschenswert halten und daran arbeiten wollen.
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Das
Nachmittagsprogramm hatte "Werkstatt-Charakter". Drei Angebote standen
hier zur Auswahl:
a) SV und Internet
b) Öffentlichkeitsarbeit und
c) MitschülerInnen aktivieren.
Für die Arbeitsgruppe a) standen im Tagungshaus 6 PC-Arbeitsplätze
mit Internetzugang zur Verfügung, sodass ein Arbeitsblatt mit Aufgaben
und Anregungen abgearbeitet werden konnte. In der Arbeitsgruppe b)
stand die Darstellung der SV-Arbeit in einem Schaukasten bzw. auf
einem "schwar-zen Brett" innerhalb der Schule im Mittelpunkt. Die
einleitende Fragestellungen: Was wollen wir veröffentlichen und wie
wollen wir es ansehnlich gestalten? Dazu wurden Entwürfe gemacht,
die dann unter Nutzung von PC, Digitalkamera und Fotokopierer umgesetzt
wurden. In der Gruppe c) stand die immer wieder festgestellte Kluft
zwischen SV-Engagierten und der eher wenig interessierten Schülerschaft
im Zentrum. Es ging darum, wie man herausfinden kann, was SchülerInnen
interessiert, unter welchen Bedingungen sie mitmachen, bzw. Angebote
annehmen würden?
Der Freitag morgen diente - obligatorisch - dem Zusammentragen und
Sichern der Ergebnisse und der Umsetzung in konkrete Arbeitpläne innerhalb
der einzelnen Schulen oder auch Kooperationen zwischen mehreren Schulen.
So entstand ein Terminplan für diverse Aktivitäten auf Kreisebene
unter Einbeziehung verschiedener Schulen für das restliche Schuljahr
2007/8. Die Auswertung machte eine hohe Zufriedenheit mit den Ergebnissen
deutlich: das Lernklima, die Lernmethoden, die Informationsmöglichkeiten
und der Lernerfolg wurden (in einem 4-Stufen-Notensystem) mit 1,5
bewertet.
Johannes Schröder


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