Aktuelles
20.09.2007
Die Erinnerung wachhalten
Eindrücke nach einer Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz / Oswiecim

Am 13.09. starteten 18 Schüler und SchülerInnen aus der Stufe 12 des Weser-Gymnasiums Vlotho nach Oswiecim/Auschwitz in Polen. Johannes Schröder und der Pädagogikstudent Gerrit Booms von der Stätte der Begegnung als Organisatoren und Betreuer sowie Herr Michael Marquard, als Geschichtslehrer begleiteten die Gruppe.

Zu Beginn des viertägigen Programms in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte stand ein Besuch des Stammlager (Auschwitz I). Die Führung dort leitete ein polnischer Geschichtslehrer. Er hatte mit den Vlothoer Schülern eine sehr interessierte Gruppe vor sich und somit viele Fragen zu beantworteten. In abendlichen Reflexionsgesprächen konnten die Teilnehmenden ihre Eindrücke und Betroffenheiten austauschen. Am zweiten Tag machte sich die Gruppe früh morgens nach Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II) auf den Weg. Es ist das größte ehemalige Konzentrationslager Europas und muss aufgrund der systematischen Ermordungen von ca.1.1 Millionen Menschen als „Vernichtungslager“ bezeichnet werden. „Nach einer dreistündigen Führung durch dieses riesige Gelände waren wir mit unseren körperlichen und psychischen Kräften ziemlich am Ende“ so Anna Faber, die mitgereiste Schülersprecherin des WGV.

Eine Gelegenheit, um die Eindrücke zu verarbeiten, blieb zunächst nicht, da sich die Gruppe direkt nach dem Mittagessen mit dem Zeitzeugen Tadeusz Sobolewicz aus Krakow traf. Als 17-jähriger polnischer Widerstandskämpfer von der Gestapo verhaftet, überlebte 5 Jahre in verschiedenen Lagern darunter auch Auschwitz. „Diese Begegnung war für mich sehr eindrucksvoll, weil es das individuelle Schicksal eines einzelnen Opfers vermittelte“, so Yannick Spanier. Abendlich traf man sich in Kleingruppen, um sich über Gefühle, Eindrücke und gewonnene Meinungen auszutauschen. Am dritten Tag gab es noch Gelegenheit, aus eigenem Interesse Fragen und Themen zu vertiefen und dabei das reichhaltige
Dokumentations- und Informationsmaterial der Bibliothek zu nutzen. In Gruppen beschäftigte man sich mit den Tätern Rudolf Höß, dem Lagerkommandanten von Auschwitz, und Josef Mengele, dem Lagerarzt. Eine Gelegenheit, um die Eindrücke zu verarbeiten, blieb zunächst nicht, da sich die Gruppe direkt nach dem Mittagessen mit dem Zeitzeugen Tadeusz Sobolewicz aus Krakow traf. Als 17-jähriger polnischer Widerstandskämpfer von der Gestapo verhaftet, überlebte 5 Jahre in verschiedenen Lagern darunter auch Auschwitz. „Diese Begegnung war für mich sehr eindrucksvoll, weil es das individuelle Schicksal eines einzelnen Opfers vermittelte“, so Yannick Spanier. Abendlich traf man sich in Kleingruppen, um sich über Gefühle, Eindrücke und gewonnene Meinungen auszutauschen. Am dritten Tag gab es noch Gelegenheit, aus eigenem Interesse Fragen und Themen zu vertiefen und dabei das reichhaltige Dokumentations- und Informationsmaterial der Bibliothek zu nutzen. In Gruppen beschäftigte man sich mit den Tätern Rudolf Höß, dem Lagerkommandanten von Auschwitz, und Josef Mengele, dem Lagerarzt. Arbeitete über die besondere Lage der Opfergruppe der Sinti und Roma oder richtete sein Interesse auf die Befreiung des Lagers am 27. Januar 1945. Später wurden die Referate vorgetragen. Vor allem über das Thema, „Holocaustleugnung“, entstand eine interessierte Diskussion, in der es auch darum ging, wie man Holocaustleugnern mit der historischen Wahrheit entgegentreten kann.
Am Nachmittag wurde eine Ausstellung mit Zeichnungen des ehemaligen KZ-Häftlings und Überlebenden Marian Kolodziej besucht. Er stellte diese eindruckvolle Sammlung nach seinem Tod einem Franziskanerkloster in Oswiecim zur Verfügung. „Auch unsere Freizeit und besonders die Abende haben wir in guter Atmosphäre zusammen mit interessanten Gesprächen in Gruppen verbracht und uns somit auch besser kennen gelernt“, meint Anna Faber. Bei spätsommerlichen Temperaturen starte die Gruppe am letzten Programmtag zu einer Führung durch Krakau. Besonders das jüdische Viertel „Kazimierz“ wurde ausgiebig erkundet.

Nachmittags gab es die Möglichkeit, Krakau individuell zu entdecken. Bei einem gemeinsamen Abschlussabend im Restaurant „ARKA NOEGO kam noch ein kulturelles Highlight: Live-Musik des bekannten Jascha-Liberman-Trios mit Musik der Klezmer-Tradition. Johannes Schröder von der Stätte der Begegnung war mit dem Feedback der Gruppe sehr zufrieden. Lara Flörkemeier formulierte als Resumee: „Auschwitz wird für mich als Ort immer in Erinnerung bleiben. Diese Fahrt hat mir gezeigt, wozu Menschen fähig sind und dass dies auf jeden Fall in Zukunft verhindert werden muss. Wie Tadeusz Sobolewicz uns sagte: „Ihr müsst die Welt immer ein bisschen besser verlassen, als ihr sie vorgefunden habt.“

Welches (war(en) Deine wichtigste(n) Erfahrung(en) während der Veranstaltungstage in Auschwitz/Oswiecim und Krakow? Was wirst Du in Erinnerung behalten?
· Ich werde hoffentlich alles in Erinnerung behalten! Alle Erfahrungen waren, denke ich, sehr wichtig, weil mir dadurch vieles klar geworden ist. In der Schule hatten wir dieses Thema auch sehr oft, doch dabei ist es mir nicht so deutlich geworden, wie hier in Auschwitz. Eine Erfahrung für mich persönlich war auch, dass ich durch alles sehr bewegt war, dieses hätte ich vor dieser Fahrt nicht gedacht.
· Die wichtigste Erfahrung war für mich der Besuch im KZ. Es hat mich teilweise sehr geschockt, was dort zu sehen war. Am schlimmsten fand ich die Haare, das werde ich wohl nicht so schnell vergessen. Gut fand ich auch das Gespräch mit dem Zeitzeugen.

· Meine wichtigste Erfahrung war, dass ich das mit „eigenen Augen gesehen“ habe und dass ich einfach immer noch vor dem Rätsel stehe, was Leute zu solchen Taten „befähigt“ und dass es so etwas (Morde..) immer noch gibt./ Der Gruppenzusammenhalt hat mir sehr geholfen und auch begeistert./ Wichtig war auch für mich das große Ausmaß indem das damals alles geschehen ist. Das kann ich mir jetzt wenigstens Ansatzweise vorstellen / Der Zeitzeuge.
· Ich werde, so denke ich, alles in Erinnerung behalten und es auch behalten wollen!

Eine wichtige Erfahrung war für mich der Besuch in den Konzentrationslagern. Eigentlich dachte ich, ich wüßte Bescheid über mehr oder weniger alles... aber es hat sich dann doch herausgestellt, dass es nicht derart war...
· Ich fand es wichtig, das Ausmaß der Judenvernichtung so direkt gezeigt zu bekommen und halte dies für sehr wichtig. Ich werde immer das Bild der Schuhe, vor allem die Kinderschuhe, in Erinnerung behalten, weil es für mich die Grausamkeit der Zeit darstellt. Außerdem fand ich es sehr wichtig, mit einem Zeitzeugen zu reden, weil es ein Privileg ist und man wahrscheinlich in Zukunft nicht mehr die Chance dazu bekommt.
· Meiner Meinung gab es keine „wichtigste“ Erfahrung. Alle Aktivitäten haben ihren Anteil an dem Denken und an den Eindrücken, die ich jetzt zu diesem Thema habe. Dennoch kann ich sagen, dass mich der Besuch im Stammlager als auch das Treffen mit Herrn Sobolewicz am meisten berührt haben. Der Besuch im Stammlager war der erste konkrete Kontakt zum KZ und der Vernichtung von Menschen. Das Zeitzeugengespräch hat mich deswegen so berührt, weil es ein einzelnes, individuelles Schicksal eines Opfers im KZ aufgezeigt hat. In Erinnerung behalten werden ich vor allem diese Dinge, aber auch den Rest, denn sie spiegeln das Grauen der Vergangenheit wieder.

Was hat Dir die Veranstaltung gebracht? Was kannst Du an anderer Stelle anwenden? Worin hat es Dich bestärkt?
· Ich weiß jetzt, dass alle Menschen erfahren müssen, was hier damals geschehen ist, um so etwas in der Zukunft zu verhindern./ Die Welt ein bisschen besser machen und nicht unwissend bleiben. / für mich weiss ich, dass es soviel gibt, was ich noch nicht weiß, was aber gewußt werden muss, auch wenn es weh tut und Angst macht.
· Die Veranstaltung hat mir einen besseren Einblick in die Vergangenheit gegeben und ermöglicht, vieles zu verstehen./ Alles was wir hier erfahren und gesehen haben, können bzw. müssen wir den anderen erzählen. / Es hat mich insofern bestärkt, dass es mir viel bewusster geworden ist, dass man die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten lassen darf.
· Es hat mich auf jeden Fall darin bestärkt, dass man alles dafür tun muss, dass so etwas nie wieder passieren kann / Bewusstsein der Ausmaße (s.oben)/ ich werde versuchen, „immer“ „menschlich zu sein“.

· Es hat mich darin bestärkt, dafür zu kämpfen, dass so etwas nie wieder passieren darf / ich möchte anderen meine Erfahrungen hier weitergeben und sie über dieses Thema informieren / ich habe mehr über das Leben in Auschwitz gelernt, ebenfalls über das behandeln der Opfer.
· Die Veranstaltung hat mir einen größeren Einblick in die Vergangenheit gegeben. Sie hat mich in meiner Meinung bestärkt, dass dies sehr schrecklich war und das sowas nie wieder passieren darf.
·
Diese Veranstaltung hat mir gezeigt bzw. verdeutlicht, was für grauenvolle Dinge damals passiert sind. Und das wir als neue Generation die Verantwortung dafür tragen, dass so etwas nie wieder passieren darf.
· Es hat mich darin bestärkt, dass Nazis nicht ungestraft ihre „Meinung“ verbreiten sollen dürften. Und das wir in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen mit „Ausländern“ offener, toleranter,.. sein sollten. / Auch hat es mich darin bestärkt, dass Menschenrechte zu verteidigen und zu schützen sind!!! Ich will mich so weit wie möglich besser für andere Menschen einsetzen und die Aufgaben und Ziele, die ich habe, ernst nehmen.
· ... und vielleicht auch noch in einigen Punkten so ist. Ich bin auf jeden Fall noch neugieriger geworden und bin somit bestärkt worden, mich weiter intensiver mit dem „Thema“ auseinander zu setzen./ Mein Hintergrundwissen hat sich erweitert und das macht es mir einfacher, mich künftig in Diskussionen auf sichererem Boden stützen zu können. Danke dafür!
· Wie schon im Reflexionsgespräch, möchte ich an dieser Stelle sagen, dass mich diese 5 Tage nicht zu einem neuen Menschen machen. Vielmehr hoffe ich, beeinflusst es mein alltägliches Leben, sowohl direkt als auch indirekt. In vielen Alltagssituationen werde ich diese Woche im Hinterkopf behalten, da sie mir gezeigt hat, wie wichtig Toleranz, Akzeptanz und Nächstenliebe ist. Genau in diesen Situationen, in den ganz alltäglichen, werde ich versuchen, diese Werte zu vermitteln.

 

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