Die
Erinnerung wachhalten
Eindrücke
nach einer Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz / Oswiecim
Am
13.09. starteten 18 Schüler und SchülerInnen aus der Stufe 12 des Weser-Gymnasiums
Vlotho nach Oswiecim/Auschwitz in Polen. Johannes Schröder und der Pädagogikstudent
Gerrit Booms von der Stätte der Begegnung als Organisatoren und Betreuer
sowie Herr Michael Marquard, als Geschichtslehrer begleiteten die Gruppe.
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Zu
Beginn des viertägigen Programms in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte
stand ein Besuch des Stammlager (Auschwitz I). Die Führung dort leitete
ein polnischer Geschichtslehrer. Er hatte mit den Vlothoer Schülern
eine sehr interessierte Gruppe vor sich und somit viele Fragen zu beantworteten.
In abendlichen Reflexionsgesprächen konnten die Teilnehmenden ihre Eindrücke
und Betroffenheiten austauschen. Am zweiten Tag machte sich die Gruppe
früh morgens nach Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II) auf den Weg. Es
ist das größte ehemalige Konzentrationslager Europas und muss aufgrund
der systematischen Ermordungen von ca.1.1 Millionen Menschen als „Vernichtungslager“
bezeichnet werden. „Nach einer dreistündigen Führung durch dieses riesige
Gelände waren wir mit unseren körperlichen und psychischen Kräften ziemlich
am Ende“ so Anna Faber, die mitgereiste Schülersprecherin des WGV.
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Eine
Gelegenheit, um die Eindrücke zu verarbeiten, blieb zunächst nicht, da
sich die Gruppe direkt nach dem Mittagessen mit dem Zeitzeugen Tadeusz
Sobolewicz aus Krakow traf. Als 17-jähriger polnischer Widerstandskämpfer
von der Gestapo verhaftet, überlebte 5 Jahre in verschiedenen Lagern darunter
auch Auschwitz. „Diese Begegnung war für mich sehr eindrucksvoll, weil
es das individuelle Schicksal eines einzelnen Opfers vermittelte“, so
Yannick Spanier. Abendlich traf man sich in Kleingruppen, um sich über
Gefühle, Eindrücke und gewonnene Meinungen auszutauschen. Am dritten Tag
gab es noch Gelegenheit, aus eigenem Interesse Fragen und Themen zu vertiefen
und dabei das reichhaltige |
| Dokumentations-
und Informationsmaterial der Bibliothek zu nutzen. In Gruppen beschäftigte
man sich mit den Tätern Rudolf Höß, dem Lagerkommandanten von Auschwitz,
und Josef Mengele, dem Lagerarzt. Eine Gelegenheit, um die Eindrücke zu
verarbeiten, blieb zunächst nicht, da sich die Gruppe direkt nach dem
Mittagessen mit dem Zeitzeugen Tadeusz Sobolewicz aus Krakow traf. Als
17-jähriger polnischer Widerstandskämpfer von der Gestapo verhaftet, überlebte
5 Jahre in verschiedenen Lagern darunter auch Auschwitz. „Diese Begegnung
war für mich sehr eindrucksvoll, weil es das individuelle Schicksal eines
einzelnen Opfers vermittelte“, so Yannick Spanier. Abendlich traf man
sich in Kleingruppen, um sich über Gefühle, Eindrücke und gewonnene Meinungen
auszutauschen. Am dritten Tag gab es noch Gelegenheit, aus eigenem Interesse
Fragen und Themen zu vertiefen und dabei das reichhaltige Dokumentations-
und Informationsmaterial der Bibliothek zu nutzen. In Gruppen beschäftigte
man sich mit den Tätern Rudolf Höß, dem Lagerkommandanten von Auschwitz,
und Josef Mengele, dem Lagerarzt. Arbeitete über die besondere Lage der
Opfergruppe der Sinti und Roma oder richtete sein Interesse auf die Befreiung
des Lagers am 27. Januar 1945. Später wurden die Referate vorgetragen.
Vor allem über das Thema, „Holocaustleugnung“, entstand eine interessierte
Diskussion, in der es auch darum ging, wie man Holocaustleugnern mit der
historischen Wahrheit entgegentreten kann. |
| Am
Nachmittag wurde eine Ausstellung mit Zeichnungen des ehemaligen KZ-Häftlings
und Überlebenden Marian Kolodziej besucht. Er stellte diese eindruckvolle
Sammlung nach seinem Tod einem Franziskanerkloster in Oswiecim zur Verfügung.
„Auch unsere Freizeit und besonders die Abende haben wir in guter Atmosphäre
zusammen mit interessanten Gesprächen in Gruppen verbracht und uns somit
auch besser kennen gelernt“, meint Anna Faber. Bei spätsommerlichen Temperaturen
starte die Gruppe am letzten Programmtag zu einer Führung durch Krakau.
Besonders das jüdische Viertel „Kazimierz“ wurde ausgiebig erkundet.
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Nachmittags gab es die Möglichkeit, Krakau individuell zu entdecken.
Bei einem gemeinsamen Abschlussabend im Restaurant „ARKA NOEGO kam noch
ein kulturelles Highlight: Live-Musik des bekannten Jascha-Liberman-Trios
mit Musik der Klezmer-Tradition. Johannes Schröder von der Stätte der
Begegnung war mit dem Feedback der Gruppe sehr zufrieden. Lara Flörkemeier
formulierte als Resumee: „Auschwitz wird für mich als Ort immer in Erinnerung
bleiben. Diese Fahrt hat mir gezeigt, wozu Menschen fähig sind und dass
dies auf jeden Fall in Zukunft verhindert werden muss. Wie Tadeusz Sobolewicz
uns sagte: „Ihr müsst die Welt immer ein bisschen besser verlassen,
als ihr sie vorgefunden habt.“
Welches (war(en) Deine wichtigste(n) Erfahrung(en) während der Veranstaltungstage
in Auschwitz/Oswiecim und Krakow? Was wirst Du in Erinnerung behalten?
· Ich werde hoffentlich alles in Erinnerung behalten! Alle Erfahrungen
waren, denke ich, sehr wichtig, weil mir dadurch vieles klar geworden
ist. In der Schule hatten wir dieses Thema auch sehr oft, doch dabei
ist es mir nicht so deutlich geworden, wie hier in Auschwitz. Eine Erfahrung
für mich persönlich war auch, dass ich durch alles sehr bewegt war,
dieses hätte ich vor dieser Fahrt nicht gedacht.
· Die wichtigste Erfahrung war für mich der Besuch im KZ. Es
hat mich teilweise sehr geschockt, was dort zu sehen war. Am schlimmsten
fand ich die Haare, das werde ich wohl nicht so schnell vergessen. Gut
fand ich auch das Gespräch mit dem Zeitzeugen.
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· Meine wichtigste Erfahrung war, dass ich das mit „eigenen Augen
gesehen“ habe und dass ich einfach immer noch vor dem Rätsel stehe, was
Leute zu solchen Taten „befähigt“ und dass es so etwas (Morde..) immer
noch gibt./ Der Gruppenzusammenhalt hat mir sehr geholfen und auch begeistert./
Wichtig war auch für mich das große Ausmaß indem das damals alles geschehen
ist. Das kann ich mir jetzt wenigstens Ansatzweise vorstellen / Der Zeitzeuge.
· Ich werde, so denke ich, alles in Erinnerung behalten und es
auch behalten wollen! |
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Eine wichtige Erfahrung war für mich der Besuch in den Konzentrationslagern.
Eigentlich dachte ich, ich wüßte Bescheid über mehr oder weniger alles...
aber es hat sich dann doch herausgestellt, dass es nicht derart war...
· Ich fand es wichtig, das Ausmaß der Judenvernichtung so direkt
gezeigt zu bekommen und halte dies für sehr wichtig. Ich werde immer
das Bild der Schuhe, vor allem die Kinderschuhe, in Erinnerung behalten,
weil es für mich die Grausamkeit der Zeit darstellt. Außerdem fand ich
es sehr wichtig, mit einem Zeitzeugen zu reden, weil es ein Privileg
ist und man wahrscheinlich in Zukunft nicht mehr die Chance dazu bekommt.
· Meiner Meinung gab es keine „wichtigste“ Erfahrung. Alle Aktivitäten
haben ihren Anteil an dem Denken und an den Eindrücken, die ich jetzt
zu diesem Thema habe. Dennoch kann ich sagen, dass mich der Besuch im
Stammlager als auch das Treffen mit Herrn Sobolewicz am meisten berührt
haben. Der Besuch im Stammlager war der erste konkrete Kontakt zum KZ
und der Vernichtung von Menschen. Das Zeitzeugengespräch hat mich deswegen
so berührt, weil es ein einzelnes, individuelles Schicksal eines Opfers
im KZ aufgezeigt hat. In Erinnerung behalten werden ich vor allem diese
Dinge, aber auch den Rest, denn sie spiegeln das Grauen der Vergangenheit
wieder.
Was
hat Dir die Veranstaltung gebracht? Was kannst Du an anderer Stelle
anwenden? Worin hat es Dich bestärkt?
· Ich weiß jetzt, dass alle Menschen erfahren müssen, was hier
damals geschehen ist, um so etwas in der Zukunft zu verhindern./ Die
Welt ein bisschen besser machen und nicht unwissend bleiben. / für mich
weiss ich, dass es soviel gibt, was ich noch nicht weiß, was aber gewußt
werden muss, auch wenn es weh tut und Angst macht.
· Die Veranstaltung hat mir einen besseren Einblick in die Vergangenheit
gegeben und ermöglicht, vieles zu verstehen./ Alles was wir hier erfahren
und gesehen haben, können bzw. müssen wir den anderen erzählen. / Es
hat mich insofern bestärkt, dass es mir viel bewusster geworden ist,
dass man die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten lassen darf.
· Es hat mich auf jeden Fall darin bestärkt, dass man alles dafür
tun muss, dass so etwas nie wieder passieren kann / Bewusstsein der
Ausmaße (s.oben)/ ich werde versuchen, „immer“ „menschlich zu sein“.
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·
Es hat mich darin bestärkt, dafür zu kämpfen, dass so etwas nie wieder
passieren darf / ich möchte anderen meine Erfahrungen hier weitergeben
und sie über dieses Thema informieren / ich habe mehr über das Leben in
Auschwitz gelernt, ebenfalls über das behandeln der Opfer.
· Die Veranstaltung hat mir einen größeren Einblick in die Vergangenheit
gegeben. Sie hat mich in meiner Meinung bestärkt, dass dies sehr schrecklich
war und das sowas nie wieder passieren darf.
· Diese Veranstaltung hat mir gezeigt bzw. verdeutlicht, was für grauenvolle
Dinge damals passiert sind. Und das wir als neue Generation die Verantwortung
dafür tragen, dass so etwas nie wieder passieren darf.
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· Es hat mich darin bestärkt, dass Nazis nicht ungestraft ihre
„Meinung“ verbreiten sollen dürften. Und das wir in unseren zwischenmenschlichen
Beziehungen mit „Ausländern“ offener, toleranter,.. sein sollten. / Auch
hat es mich darin bestärkt, dass Menschenrechte zu verteidigen und zu
schützen sind!!! Ich will mich so weit wie möglich besser für andere Menschen
einsetzen und die Aufgaben und Ziele, die ich habe, ernst nehmen.
· ... und vielleicht auch noch in einigen Punkten so ist. Ich bin
auf jeden Fall noch neugieriger geworden und bin somit bestärkt worden,
mich weiter intensiver mit dem „Thema“ auseinander zu setzen./ Mein Hintergrundwissen
hat sich erweitert und das macht es mir einfacher, mich künftig in Diskussionen
auf sichererem Boden stützen zu können. Danke dafür!
· Wie schon im Reflexionsgespräch, möchte ich an dieser Stelle
sagen, dass mich diese 5 Tage nicht zu einem neuen Menschen machen. Vielmehr
hoffe ich, beeinflusst es mein alltägliches Leben, sowohl direkt als auch
indirekt. In vielen Alltagssituationen werde ich diese Woche im Hinterkopf
behalten, da sie mir gezeigt hat, wie wichtig Toleranz, Akzeptanz und
Nächstenliebe ist. Genau in diesen Situationen, in den ganz alltäglichen,
werde ich versuchen, diese Werte zu vermitteln. |
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