Bundestagsabgeordneter
von Projektarbeit beeindruckt
Jugendliche in Berlin auf das Patenamt vorbereitet
Zu
Beginn der Ferienzeit reisten 14 Teilnehmende des Partizipationsprojektes
der STÄTTE DER BEGEGNUNG >Starthilfe statt Nachhilfe< nach Berlin,
um sich hier für die im August beginnende Patentätigkeit fit zu machen.
Im nächsten Schuljahr werden sie dann Erstklässler mit Migrationshintergrund
an der Grundschule durch das 1. Schuljahr begleiten und das Lernen
der deutschen Sprache fördern.

Von links: Kristina Kuhr, Mirjam Westermann, Natascha Berger, Carolin
Flemming, Annika Schneider, Marvin Debus, Patrick Eickmeier, Andreas
Klippenstein, Janne Meyer, Philipp Kütemeier, Cagla Belci, Wolfgang
Spanier, Irina Wiens, Niklas Rogge, Julia Bähr, Johannes Schröder
Im Zentrum des 3-tägigen Programms stand ein Aufenthalt im Berliner
Stadtteil Kreuzberg. Hier gab es neben einer Führung einen Besuch
im Jugendzentrum, im Kreuzberg-Museum und in der Merkez-Moschee. Besonders
aber interessierten die Gespräche mit Einheimischen über das Zusammenleben
von Menschen unterschiedlichster Herkunft in diesem ungewöhnlich vielfältigen
Berliner Stadtbezirk. "Kreuzberg ist ganz anders als man denkt, kein
Ghetto, sondern ein sehr, sehr buntes Viertel, auch mit schönen Altbauten",
so Niklas Rogge, der als Realschüler an dem Projekt teilnimmt und
bei der Berlinfahrt dabei war. Besonders aufschlussreich fanden die
Jugendlichen den Besuch im Kreuzberger Jugendzentrum >Die Naunyn-Ritze<.
Hier wurden der Gruppe Projekte vorgestellt, die Jugendliche von der
Straße holen, ihr Selbstwertgefühl stärken und ihnen Zukunftsperspektiven
aufzeigen. Am Ende des Tages konnte Cagla Belci, Schülerin am Weser-Gymnasium,
feststellen: "Heute habe ich viel über die Geschichte der Migranten
in Kreuzberg gelernt, warum sie gerade hier gelandet sind. Ich verstehe
die Situation der hier lebenden Jugendlichen jetzt besser."
"Das Seminar in Berlin sollte sowohl eine Schulung für die kommende
Projektarbeit sein und insofern den Umgang mit Kindern mit Migrationshintergrund
fördern, aber auch eine Anerkennung für das freiwillige Engagement
der SchülerInnen als Paten darstellen", so Johannes Schröder von der
STÄTTE DER BEGEGNUNG e.V. Während des Besuches im Deutschen Bundestag
führte im beeindruckenden Reichstagsgebäude Herr MdB Wolfgang Spanier
selbst die Gruppe durch Bereiche, die Besuchergruppen normalerweise
verborgen bleiben. Im Fraktionszimmer der SPD (im Süd-Ost-Turm) ließ
sich Herr Spanier sehr detailliert das Vlothoer Projektvorhaben von
den SchülerInnen schildern und lobte ausdrücklich deren ehrenamtliche
Arbeit. "Die Politik", so Herr Spanier, "hat lange Zeit die existierende
Chancenungleichheit der Kinder mit Migrationsgeschichte vernachlässigt,
um so lobenswerter, wenn Ihr Euch jetzt in dieser Form darum kümmert."
Herr Spanier wünschte sich von den Teilnehmenden, über den Fortgang
des Projektes informiert zu werden.

Im Gespräch mit Wolfgang Spanier (MdB): von links Cagla Belci,
Carolin Flemming, Irina Wiens, Natascha Berger, Philipp Kütemeier
Auch
wenn wenig Zeit für Sightseeing und zum Schnuppern der Berliner Luft
blieb, waren sich alle Beteiligten einig: Berlin ist eine Reise wert!