Aktuelles
04.07.2007

Bundestagsabgeordneter von Projektarbeit beeindruckt
Jugendliche in Berlin auf das Patenamt vorbereitet


Zu Beginn der Ferienzeit reisten 14 Teilnehmende des Partizipationsprojektes der STÄTTE DER BEGEGNUNG >Starthilfe statt Nachhilfe< nach Berlin, um sich hier für die im August beginnende Patentätigkeit fit zu machen. Im nächsten Schuljahr werden sie dann Erstklässler mit Migrationshintergrund an der Grundschule durch das 1. Schuljahr begleiten und das Lernen der deutschen Sprache fördern.



Von links: Kristina Kuhr, Mirjam Westermann, Natascha Berger, Carolin Flemming, Annika Schneider, Marvin Debus, Patrick Eickmeier, Andreas Klippenstein, Janne Meyer, Philipp Kütemeier, Cagla Belci, Wolfgang Spanier, Irina Wiens, Niklas Rogge, Julia Bähr, Johannes Schröder


Im Zentrum des 3-tägigen Programms stand ein Aufenthalt im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Hier gab es neben einer Führung einen Besuch im Jugendzentrum, im Kreuzberg-Museum und in der Merkez-Moschee. Besonders aber interessierten die Gespräche mit Einheimischen über das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Herkunft in diesem ungewöhnlich vielfältigen Berliner Stadtbezirk. "Kreuzberg ist ganz anders als man denkt, kein Ghetto, sondern ein sehr, sehr buntes Viertel, auch mit schönen Altbauten", so Niklas Rogge, der als Realschüler an dem Projekt teilnimmt und bei der Berlinfahrt dabei war. Besonders aufschlussreich fanden die Jugendlichen den Besuch im Kreuzberger Jugendzentrum >Die Naunyn-Ritze<. Hier wurden der Gruppe Projekte vorgestellt, die Jugendliche von der Straße holen, ihr Selbstwertgefühl stärken und ihnen Zukunftsperspektiven aufzeigen. Am Ende des Tages konnte Cagla Belci, Schülerin am Weser-Gymnasium, feststellen: "Heute habe ich viel über die Geschichte der Migranten in Kreuzberg gelernt, warum sie gerade hier gelandet sind. Ich verstehe die Situation der hier lebenden Jugendlichen jetzt besser."
"Das Seminar in Berlin sollte sowohl eine Schulung für die kommende Projektarbeit sein und insofern den Umgang mit Kindern mit Migrationshintergrund fördern, aber auch eine Anerkennung für das freiwillige Engagement der SchülerInnen als Paten darstellen", so Johannes Schröder von der STÄTTE DER BEGEGNUNG e.V. Während des Besuches im Deutschen Bundestag führte im beeindruckenden Reichstagsgebäude Herr MdB Wolfgang Spanier selbst die Gruppe durch Bereiche, die Besuchergruppen normalerweise verborgen bleiben. Im Fraktionszimmer der SPD (im Süd-Ost-Turm) ließ sich Herr Spanier sehr detailliert das Vlothoer Projektvorhaben von den SchülerInnen schildern und lobte ausdrücklich deren ehrenamtliche Arbeit. "Die Politik", so Herr Spanier, "hat lange Zeit die existierende Chancenungleichheit der Kinder mit Migrationsgeschichte vernachlässigt, um so lobenswerter, wenn Ihr Euch jetzt in dieser Form darum kümmert." Herr Spanier wünschte sich von den Teilnehmenden, über den Fortgang des Projektes informiert zu werden.


Im Gespräch mit Wolfgang Spanier (MdB): von links Cagla Belci,
Carolin Flemming, Irina Wiens, Natascha Berger, Philipp Kütemeier

Auch wenn wenig Zeit für Sightseeing und zum Schnuppern der Berliner Luft blieb, waren sich alle Beteiligten einig: Berlin ist eine Reise wert!

 

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